Zwei Europa (1957). 1957 gründen sechs Länder in Rom die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mit einem gemeinsamen Markt und gemeinsamen Politiken. Die neutrale und föderalistische Schweiz will keine Souveränität abgeben; auch das Projekt einer grossen Freihandelszone für ganz Westeuropa scheitert.
Stockholm, 4. Januar 1960. Die Schweiz, Grossbritannien, Österreich, Dänemark, Norwegen, Portugal und Schweden unterzeichnen in Stockholm die Konvention der Europäischen Freihandelsassoziation, die am 3. Mai 1960 in Kraft tritt. Ziel ist der Abbau der Zölle auf Industriegütern unter den Mitgliedern, ohne Zollunion und ohne supranationale Institutionen. Sitz ist Genf.
Das Abkommen mit der EWG (1972). Als Grossbritannien und Dänemark zur EWG wechseln, handeln die übrigen EFTA-Staaten Freihandelsabkommen mit der Gemeinschaft aus. Das schweizerische, am 22. Juli 1972 von Bundesrat Ernst Brugger unterzeichnet, befreit über 90 Prozent der Schweizer Exporte in die EWG von Zöllen. Am 3. Dezember 1972 nehmen Volk und Stände es mit 72,5 Prozent und allen Kantonen an: Laut dem Historiker Sacha Zala erhielt die Europapolitik des Bundesrats nie wieder eine so breite Zustimmung.
Die EFTA heute. Viele Mitglieder sind zur Europäischen Union gewechselt; heute gehören der EFTA Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz an. Drei davon sind Teil des Europäischen Wirtschaftsraums, den die Schweiz 1992 abgelehnt hat (siehe die Station). Gemeinsam handeln sie Freihandelsabkommen mit Dutzenden Ländern aus.