Krise und Abwertung (1652). Nach dem Dreissigjährigen Krieg (1648) gerät die Schweizer Landwirtschaft, die zu hohen Preisen exportiert hatte, in eine tiefe Krise, und viele ländliche Gebiete sind verschuldet. Im Dezember 1652 werten Bern, Solothurn und Freiburg ihre Münzen ab, die Batzen. Am härtesten trifft es die Bauern des Entlebuchs, Untertanen Luzerns, aber mit der Berner Wirtschaft verbunden: Sie sitzen auf entwertetem Geld und erhalten keine Entschädigung. Deshalb heisst der Aufstand auch «Batzenkrieg».
Vom Entlebuch ins Emmental (Februar–März 1653). Luzern lehnt ihre Forderungen ab. Am 10. Februar 1653 ziehen die Talleute in einer Prozession zur Wallfahrtskirche Heiligkreuz und schwören an einer unerlaubten Landsgemeinde, keine Zinsen und Zehnten mehr zu zahlen. Am 26. Februar schliesst sich in Wolhusen die ganze Luzerner Landschaft an; im März greift der Aufstand auf die Berner Untertanen im Emmental über, dann auf jene von Solothurn und Basel. Vermittler der anderen Orte erreichen wirtschaftliche Zugeständnisse, lehnen aber die politischen Forderungen ab, etwa das Recht auf Versammlungen.
Der Huttwiler Bund (14. Mai 1653). Am 14. Mai schliessen in Huttwil die Vertreter der Untertanen von Luzern, Bern, Solothurn und Basel einen Bauernbund und verlangen, gleichberechtigt mit den Orten bei Konflikten zwischen Obrigkeit und Untertanen mitzureden: ein Umsturz der politischen Ordnung. Der Berner Niklaus Leuenberger, ein wohlhabender Bauer aus dem Emmental, wird ihr Obmann. Vom 21. bis 23. Mai belagern Tausende Aufständische Bern und Luzern und schneiden die Versorgung ab.
Niederlage und Strafgericht (Juni–September 1653). Am 29. Mai unterzeichnet Leuenberger mit Bern den Murifeldfrieden: Die Bauern verzichten auf ihre politischen Forderungen. Doch das Heer der Tagsatzung rückt von Zürich vor: Die Aufständischen werden am 3. Juni bei Wohlenschwil nahe Mellingen und am 8. Juni bei Herzogenbuchsee geschlagen. Bern erklärt den Murifeldfrieden für nichtig und geht hart gegen die Untertanen vor; viele Anführer werden hingerichtet, verbannt oder auf die Galeeren geschickt. Leuenberger wird verraten und am 6. September 1653 in Bern hingerichtet.
Eine Niederlage mit Folgen. Kurzfristig ist es eine Niederlage. Laut dem Historischen Lexikon der Schweiz trug der lange Widerstand der Bauern gegen einen immer stärker zentralisierten Staat jedoch dazu bei, dass die Städte der Alten Eidgenossenschaft nicht zu absolutistischen Regierungen wurden. Im 19. Jahrhundert erzählt der radikale Maler Martin Disteli den Bauernkrieg aus der Sicht der Aufständischen.