Nach mehr als einem Jahrhundert von Teilrevisionen war die Verfassung von 1874 schwer lesbar geworden. Am 18. April 1999 nehmen Volk und Stände eine nachgeführte Verfassung an, die den Text neu ordnet und die Grundrechte festschreibt, von der Menschenwürde bis zur Meinungsfreiheit.
Eine Abstimmung mit wenig Begeisterung und vielen Ja. Die Reform unter der Leitung von Bundesrat Arnold Koller ist als Nachführung des Textes gedacht, nicht als Revolution. Am 18. April 1999 stimmen nur 35,9 Prozent der Stimmberechtigten, doch das Ja ist deutlich: 59,2 Prozent der Stimmenden und 13 gegen 10 Stände. Es ist das Jahr, in dem Ruth Dreifuss die erste Bundespräsidentin wird.
Sie tritt am 1. Januar 2000 in Kraft. Ihre Präambel hält fest, «dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen».