Am 6. Dezember 1992 stimmt die Schweiz über den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum ab, dem gemeinsamen Markt zwischen der Europäischen Gemeinschaft und den EFTA-Staaten. Bei einer Rekordbeteiligung von 78 Prozent sagen 50,3 Prozent der Stimmenden und die Mehrheit der Stände Nein. Die Westschweiz stimmt Ja, der grösste Teil der Deutschschweiz und das Tessin stimmen Nein.
Ein Abstimmungskampf, der das Land spaltete. Der Bundesrat, mit Jean-Pascal Delamuraz im Volkswirtschaftsdepartement und René Felber im Aussendepartement, hatte das Abkommen ausgehandelt, mit Staatssekretär Franz Blankart als Chefunterhändler, und im Mai 1992 sogar ein Beitrittsgesuch an die Europäische Gemeinschaft gestellt. Dagegen stellt sich Christoph Blocher mit der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz. Am Abend der Abstimmung spricht Delamuraz von einem «schwarzen Sonntag». Die Karte der Ergebnisse zeigt den «Röstigraben» zwischen der Westschweiz, die zusammen mit den beiden Basel Ja gestimmt hat, und dem Rest des Landes.
Seither regelt die Schweiz ihre Beziehungen zur Europäischen Union mit bilateralen Abkommen, die 2000 und 2005 in Volksabstimmungen angenommen wurden und unter anderem die Personenfreizügigkeit und den Beitritt zu Schengen öffnen.