Genf beherbergt seit Jahrzehnten den europäischen Sitz der Vereinten Nationen, doch 1986 hatte das Schweizer Volk den Beitritt abgelehnt, aus Angst, die Neutralität zu verlieren. Am 3. März 2002 nehmen ihn Volk und Stände in einer neuen Abstimmung knapp an.
Ein Beitritt, über den die Bürger entschieden. Der Anstoss kam von unten: Den Beitritt verlangte eine Volksinitiative, die dann vom Bundesrat und vom Parlament unterstützt wurde. Am 3. März 2002 sagen 54,6 Prozent der Stimmenden Ja, bei einer Stimmbeteiligung von 58 Prozent; bei den Ständen ist das Ergebnis knapp, 12 zu 11. Sechzehn Jahre zuvor, am 16. März 1986, hatten 76 Prozent den Beitritt abgelehnt. Die Schweiz ist damit eines der wenigen Länder der Welt, in denen das Volk direkt über den Beitritt zu den Vereinten Nationen entschieden hat.
Am 10. September 2002 wird die Schweiz der 190. Mitgliedstaat der UNO.
Seither ist die Schweiz ein aktives Mitglied. 2006 entsteht in Genf der Menschenrechtsrat, den die Schweiz angeregt hatte. 2010–2011 präsidiert alt Bundesrat Joseph Deiss die Generalversammlung. 2023 und 2024 sitzt die Schweiz zum ersten Mal im Sicherheitsrat, dessen Vorsitz sie im Mai 2023 und im Oktober 2024 führt.