Der Krieg vor der Tür (1938–1939). Angesichts der Bedrohung durch das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien bereitet sich die Schweiz vor. 1938 kehrt sie zur integralen Neutralität zurück, die Armee wird verstärkt, und die Familien werden aufgerufen, Vorräte für zwei Monate anzulegen. Die Landesausstellung 1939 in Zürich, die «Landi», wird zum grossen Fest der «geistigen Landesverteidigung».
Der General (30. August 1939). Ende August werden die Grenztruppen aufgeboten. Am 30. August wählt die Bundesversammlung den Waadtländer Henri Guisan zum General, den Offizier, der die Armee sechs Jahre lang führen und zum Symbol des Schweizer Widerstands werden wird.
Die Mobilmachung (2. September 1939). Am 1. September überfällt Deutschland Polen, und am nächsten Tag ordnet der Bundesrat die Generalmobilmachung an. Bis zum 3. September stehen 430'000 Soldaten und 210'000 Personen in den Hilfsdiensten im Einsatz, darunter 10'000 Frauen des neuen Frauenhilfsdienstes. Im Moment der grössten Gefahr werden 850'000 Menschen mobilisiert sein.
Sechs Jahre Aktivdienst (1939–1945). Während des «Sitzkriegs» kehren viele Soldaten nach Hause zurück, danach wechseln sich die Dienstperioden jahrelang ab. Um die Familien nicht ohne Lohn zu lassen, wird 1940 die Lohn- und Verdienstersatzordnung eingeführt, ein Vorläufer der AHV der Nachkriegszeit.