Megumi Shimizu hat ihre Intervention in der Fabrik um zwei Themen entwickelt: die Begegnung und die Selbstverleugnung. Sie näherte sich den Menschen in der Fabrik mit grosser Sorgfalt und Behutsamkeit; sie stellte sich als japanische Künstlerin vor, die in China lebt und arbeitet, und erkundete alle emotionalen Folgen dieser Lage. Ihre Anwesenheit war leicht und diskret, aber sie hat die Menschen tief berührt. Von Natur aus Performancekünstlerin, überliess Megumi diesmal die Bühne den Menschen von Bernard Controls: Mit Einfühlung leitete sie sie zu «kleinen Gesten» an, zwischen Humor und Absurdität, und hielt sie in gedruckten Fotografien fest, die in den Büros, in der Werkstatt und in anderen Ecken der Fabrik hängen. Mit dem Butō-Tänzer Dudu (Yu Fan Du) verwandelte Shimizu die Werkstatt in einen Ort für Happenings, an dem das Gefühl für Zeit und Raum und ihre strenge Bedeutung in der Fabrik radikal in Frage gestellt wurden. Mit ihrer letzten Intervention schuf sie zwei grosse abstrakte Gemälde nach den Farbangaben der Arbeiter, um ihnen jedes Mal, wenn sie für eine kurze Pause den Kopf heben, den unerwarteten Anblick eines Farbfelds zu bieten. Megumis Intervention verkörpert den Begriff der «Sensibilität» auf seiner höchsten und wirksamsten Ebene, wo selbst das Kleinste zu einem schöpferischen Funken werden kann.